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Fast jeder CAD-Hersteller spricht über die fantastischen Möglichkeiten, die Social Media bieten. Aber Social Media ist eben per definitionem NICHT gesteuert, durch PR-Kanäle geschleus oder irgendwelchen “Corporate-Sprachregelungen” unterworfen.
Social Media muss man aushalten können, und Siemens kann’s offensichtlich nicht. Ein Siemens PLM-Mitarbeiter hat mit Blogger Deelip Menezes und anderen einen Aprilscherz um ein Facebook-Spiel namens CADville gestartet und musste den Scherz ganz schnell wieder einkassieren.
Jetzt, nachdem Ralph Grabowski und andere darüber berichten,
wird das Teil wieder online gestellt, weil man feststellt, dass Zensur noch VIEEEL schlechter ankommt als ein gut gemachter Aprilscherz.
Link zur Story bei Ralph Grabowski
Deelips wiederveröffentlichter Blogeintrag und hier sein Verriss von Siemens Reaktion.
Link zu Mark Burhops Aprilscherz im Siemens PLM-Blog

Seltsam: Jedes Jahr durchsucht die Polizei Stände von Ausstellern, die Geräte einfach nachbauen oder nicht die erforderlichen Lizenzen besitzen, und jedes Jahr wird die Polizei wieder fündig. In diesem Jahr gingen die Ermittler 28 Anzeigen nach und beschlagnahmten bei 8 Ausstellern die entsprechenden Geräte. Ein italienisches Unternehmen namens Sisvel lebt von der Verfolgung der Patentverletzungen.
Quelle: Spiegel Online

Bei Spiegel Online findet sich ein Bericht über ein Verkehrskonzept, das – zumindest für mich – erstmals eine denkbare Antwort auf die Reichweitenproblematik heutiger Elektroautos gibt. Designer Christian Förg hat als Diplomarbeit das Speedway-Konzept entwickelt.
Der Clou: Im City-Modus fährt das futuristische Gerät als “normales” Elektroauto mit einer reichweite von etwa 200km, genug für den Kurzstreckenverkehr. Sollen längere Strecken überwunden werden, geht das Fahrzeug in den Speedway-Modus und wird von einem in der Autobahn eingebauten Linearmotor angetrieben. Der Linearmotor ist nichts anderes als eine lange Reihe von Spulen unterhalb der fahrbahn, deren magnetisches Feld regelmäßig so umgepolt wird, dass das Auto durch die magnetische Anziehung und Abstoßung nach vorn gezogen wird. Dabei lassen sich sogar noch die Batterien laden, so dass man beim Abfahren von der Autobahn wieder die vollen 200km Reichweite zur Verfügung hat.
Mehrere “speedway-kompatible” Autos können in sehr engem Abstand hintereinander fahren, was große aerodynamische Vorteile hätte. Einer der größten Vorteile in meinen Augen ist, dass bestehende Verkehrswege “abwärtskompatibel” bleiben, d.h. normale Autos ebenfalls darauf fahrebn können. Und es können die bestehenden Überlandstraßen genutzt werden, der Landschaftverbrauch ist also gleich Null. Die Kosten? 8,5 Mio Euro pro km – bei Kosten für konventionelle Autobahnen ijn Deutschland von sechs bis zwölf Mio. Euro pro km nicht ganz unrealistisch.
Das Konzept enthält noch weitere Goodies wie automatische Parkhäuser, variable Autogeometrie usw., aber mich fasziniert die Grundidee am meisten. Die aktuellen Batterien haben einen Energieinhalt, der etwa 2,5l Benzin entspricht, und müssen mehrere Stunden lang geladen werden. Förgs Konzept umgeht die daraus folgende Problematik, wie man mit einem so ausgerüsteten Auto weitere Strecken fahren soll, sehr elegant.
Förg hat übrigens eine 1,0 für die Arbeit bekommen, Glückwunsch!
Das gesamte Konzept hier, der Spiegel-Artikel hier.

Social Media sind toll: Man kann Kontakt zu Freunden haben, sich online verabreden und von seinen Abenteuern in Quasi-Echtzeit berichten. Einen interessanten Aspekt dieser Möglichkeit zeigt die Seite Please Rob Me: Diese Posts kann eben jeder sehen, und über eine einfache Suche nach den Geodaten, die die Nutzer des Services Foursquare freiwillig rausgeben und über Twitter verbreiten, lässt sich feststellen, wer gerade seine Wohnung verlassen hat. Sehr schönes Material für Diebe
Ach ja, die Versicherungsindustrie in Großbritannien reagiert schon, siehe hier bei Netzwelt.de: Soziale Netzwerke: Teurere Hausratsversicherungen für Mitglieder
(Dank fürs Aufmerksam-machen an Thomas Mavridis)

Dass alles, was man irgendwann ist Web stellt, für immer aufrufbar bleibt, ist ja inzwischen mehr oder weniger Allgemeingut. Und das Googeln nach dem eigenen Namen ist auch ein netter Zeitvertreib. Komfortabler geht das inzwischen mit Personensuchmaschinen wie Yasni oder Pipl. Ist schon interessant, was man da über sich selbst erfährt. ich bin da sicher ein ungewöhnlicher Fall, da ich es als freier Journalist darauf anlege, gefunden zu werden, und viele meiner Artiklel im Internet stehen.
Etwas erschreckt hat mich bei meiner ersten Suche nach mir selbst: Mein Amazon-Wunschzettel, den ich als Merkzettel benutze, um interessante Dinge zu speichern, war offen im Internet einsehbar. Das wusste ich vorher nicht und habe es auch sehr schnell in den Amazon-Einstellungen unterbunden.
Ein Problem habe ich allerdings mit diesen Suchmaschinen: Es ist nicht direkt erkennbar, dass das, was die Suchmaschine aus dem Netz fischt, nur VIELLEICHT etwas mit dem Menschen zu tun hat, den man sucht. Es sind, wenn man gute Bekannte oder sich selbst eingibt, Einträge dabei, die einfach nicht von dem Gesuchten stammen können, sondern sich auf eine Namensgleichheit beziehen. Das Layout und die Sortierung dagegen wirken wie ein Dossier, dem man durchaus glauben kann. So kann man schnell mit Dingen in Verbindung gebracht werden, mit denen man nichts zu tun hat.
Oder ist einer meiner Kollegen tatsächlich mal in den USA im Gefängnis gewesen?
Wer selbst suchen will: www.pipl.com oder www.yasni.de

Stefan Niggemeier, bekannt als Gründer des BILDblog, hat für Süddeutsche.de eine brilliante Stellungnahme zum Thema Online-/Print-Journalismus geschrieben. Sehr lesens- und nachdenkenswert!
Bitteschön: Wozu noch Journalismus?

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